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Kommentar ZRV-Forum50plus 2/2014

Wissenswertes für ZRV- Kollektiv- Mitglieder und Partnerorganisationen

2. Zusammenkunft 2014 des ZRV-Forum50plus

Von Hans Rudolf Schuppisser, Vizepräsident ZRV


Eine Teilnehmerin fasste es beim Apéro am Schluss so zusammen: „Von diesen Zusammenkünften für die Vorstandspersonen unserer Kollektivmitglieder und Partnerorganisationen nehme ich immer  etwas Wissenswertes mit. So auch heute.“

Es war in der Tat so, dass das Thema des Anlasses „Die Sozialkonferenz des Kantons Zürich- was tut sie?“ bei den Anwesenden auf reges Interesse stiess. Frau Kantonsrätin, dipl sc.nat. ETH, Gabriela Winkler, Co-Präsidentin der Sozialkonferenz des Kantons Zürich gelang es ausgezeichnet den Zuhörenden nicht nur die Sozialkonferenz als solche, sondern auch die Sozialhilfe und die SKOS-Richtlinien zu erklären.

So erfuhr man, dass die Sozialkonferenz des Kantons Zürich eine traditionelle Institution aus der Zeit ist, als es noch keine Sozialhilfe gab. Schon die sogenannten „Armenvätern“ aus den Gemeinden hatten das Bedürfnis, für ein nicht zu unterschiedliches „Armenwesen“ zu sorgen. Heute sind in der Sozialkonferenz in der Regel die Bezirke durch ein Mitglied einer politischen Behörde und durch eine Fachperson vertreten. Sie fördert die fachliche Kompetenz, die Koordination und die Zusammenarbeit der öffentlichen und privaten Gremien des Sozialwesens auf  lokaler, regionaler oder kantonaler Ebene.

Aus der Fürsorge und den Armenkassen ist inzwischen die Sozialhilfe entstanden. Sie ist keine Sozialversicherung sondern eine  öffentliche Hilfe in Notlagen (BV Art. 12). Sie bietet im Bedarfsfall für jedes Alter Hilfe, Betreuung und die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Das ist anspruchsvoll und schwierig. Etwa 3,2 % der Bevölkerung werden so unterstützt. Die Erfolgsquote der „Hilfe zur Selbsthilfe“ liegt bei etwa 55 % und kann sich sehen lassen, denn für Kinder und alte Personen entfällt die Wiedereingliederung ins Erwerbsleben. Bemerkenswert: Die Altersbeihilfen zur AHV fallen nicht unters Budget der Sozialhilfe.

Ein wichtiges Mittel für den fachlichen und materiellen Vollzug der Sozialhilfe sind die sog. SKOS-Richtlinien. Dies sind von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe herausgegebene Empfehlungen zuhanden der Sozialhilfeorgane der Gemeinden, der Kantone, des Bundes und der privaten Hilfswerke. Nur in einigen Kantonen oder Gemeinden sind sie von Gesetzes wegen verbindlich. Ohne sie gäbe es heutzutage  mehr „Sozialtourismus“ – häufig vom Land in die Grossagglomerationen!

Diese Zusammenhänge leuchteten den Anwesenden dank der ungeschminkten Art mit der die Referentin sie darlegte ein. Und die Offenheit mit der sie die zum Teil kritischen Fragen beantwortete, half zu verstehen, was die Sozialkonferenz des Kantons Zürich tut.

Aus Sicht des ZRV wäre diese Sozialkonferenz des Kantons Zürich durchaus auch geeignet, für Koordinationsfunktionen auf Bezirks- und Kantonsebene im Bereich anderer Bedarfsleistungen sowie der zum Teil doch  sehr unterschiedlichen Alterspflegetarife