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Newsletter 03/2010 – April 2010

1. Zusammenkunft 2010 des Forum 50plus - ZRV-Kollektivmitglieder zum Thema:

"Alterspolitik im Kanton Zürich"

Dr. H.R. Schuppisser, ZRV-Vizepräsident

Der von Regierungsrat Hans Hollenstein delegierte Referent, dipl. agr. Hansruedi Bachmann, stv. Leiter des Sozialamtes, präsentierte den Bericht über die „Alterspolitik im Kanton Zürich“, im Wesentlichen und Inhaltlichen (erhältlich auf www.alter.zh.ch)

Aus der lebhaften und etwas konsternierten Aufmerksamkeit der Forums-Teilnehmer war leicht heraus zu spüren, dass die Mehrheit, der aus dem ganzen Kanton angereisten, Vertreter der ZRV-Kollektivmitglieder und Partnerorganisationen, vom Bericht unserer Zürcher Kantonsregierung weit  mehr Substanzielles erwartet hatten. Dies lag nicht am Referenten, der überlegt und sachlich Red und Antwort stand - denn dies war nicht wenig!

Aber, der Bericht deckt ein Spannungsfeld in der Zürcher Alterspolitik auf:
dass dieser zwar alle Bestrebungen und laufenden Massnahmen aufzeigt wie die Nöte und Schwierigkeiten der älteren Bevölkerung vermieden, gemildert und behoben werden sollen oder wie sozial benachteiligte ältere Personen gezielt unterstützt werden können. Zum angestrebten neuzeitlichen Alterverständnis wird darin nichts und/oder nur wenig gesagt, und schon gar nicht festgelegt. Gemäss diesem wäre dann Alter nicht Defizit  sondern auch Ressource, die man nutzen kann und sollte.
„Nutzen könnte“, so der Tenor der Seniorinnen und Senioren im Saal.
Sie monieren, dass, als konkretes Beispiel, der zitierte Bericht ganz ohne Beizug von Seniorenvertretern erstellt wurde. Finden es auch es auch „mager“, dass in den Schlussfolgerungen keine klar terminierten alterspolitischen Ziele zu finden sind. Der Bericht sei eine, zwar seriöse, aber ambitions- und einfallslose Fleissarbeit, erarbeitet von noch im berufstehenden Beamten.
Dass der Kanton in Zukunft weder ein Altersleitbild noch eine Fachstelle für das Alter wünsche, sei damit leider auch offensichtlich.

Sicher, man kann sich darüber streiten, ob es ein solches Leitbild oder eine dementsprechende Fachstelle braucht. Die Stimmen im Saal waren dann auch teilweise klar dafür und/oder teilweise eher skeptisch.
Aber wenn schon gesagt wird, dass Alterspolitik eine Querschnittspolitik ist, die von allen Direktionen der Regierung und der Verwaltung wahrgenommen werden müsse/muss, dann sollte auch eine brauchbare Alternative zu einer solchen Fachstelle konkretisiert und umgehend realisiert werden.
Es mag wohl ein gangbarer Weg sein, wenn man anstelle einer "Fachstelle für Alterspolitik“ eine "Koordinationsstelle für Alterspolitik" an die Sicherheits-direktion des Kantons überträgt. Nur, an wen soll man sich wenden wenn man solche Beratungsstelle einmal wirklich und dringlich braucht?
Im publizierten Bericht ist keine diesbezügliche Kontakt- Ansprechstelle mit Email-Adresse und Telefonnummer aufgeführt!
Den lebens- und wirtschaftserfahrenen SeniorInnen ist dieses Manko dann auch spontan und umgehend aufgefallen - ebenso der kontinurielich iwiederholte Hinweis auf fehlende Finanzen und angebend wohlituierten Zürcher-Senioren. Dabei dürfte es im Kanton Zürich nicht anders sein als beim Bund, wo die 55-75 –Jährigen weit überproportionale Steuerzahler sind.

Trotz vielfältiger Anmerkungen, aufbauenden Kriterien und Imputs, möchten wir daran festhalten, dass es sich lohnt diesen Bericht zu lesen und auch kritisch zu hinterfragen (erhältlich auf www.alter.zh.ch).

Der Bericht soll / muss aus Sicht der ZRV / Forum 50plus-Forumsteilnehmer nicht toter Buchstabe oder gar Makulatur sein/bleiben.
Für das ZRV- Forum 50plus ergeben sich somit die Schlussfolgerungen:
- Eine aktive Mit- und Einwirkung von Vertretern der Seniorenorganisationen hätten dem Bericht zu mehr Gehalt, Pragmatik und Umsetzungspotenzial verholfen.
- Ihr Einbezug in geplante Alterspolitiksprojekte ist nötig und unabdingbar.
- Es muss eine klar bezeichnete Stelle/Adresse geben, die man bezüglich Alterspolitik im Kanton Zürich kontaktieren kann um an die präzis zuständige Stelle zu gelangen.
- Der ZRV wird über die Alterspolitik im Kanton Zürich mit den Kantons-behörden im Gespräch bleiben, damit die guten Vor- und Ansätze des Berichts „Alterspolitik im Kanton Zürich“, nicht ignoriert oder/und in Vergessenheit geraten.

Das Thema der nächste Forumsveranstaltung vom 27. Mai  beinhaltet die Revision der „Pflegeversicherung“ bzw. Pflegefinanzierung im Kanton Zürich.