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Kommentar ZRV-Forum50plus 3/2014

Erfahrungsaustausch zum Thema“Altersheime: Vom Heim zum effizienten Unternehmen“

3. Zusammenkunft 2014 des ZRV-Forum50plus in Zürich.

Von Hans Rudolf Schuppisser, Vizepräsident ZRV


Das mehrschichtige Thema Alters- und Pflegeheime in Verbindung mit der sogenannt „neuen Pflegefinanzierung“ ist ein Dauerthema der Seniorenpolitik.„Altersheime tricksen Betagte und Behörden aus“. Solche und andere Schlagzeilen schrecken von Zeit zu Zeit die Bevölkerung auf. Diese Problematik beschäftigt auch das Bundesgericht, den Preisüberwacher und gewisse Ombudsstellen. Grund genug, das Thema „Altersheime“ am ZRV-Forum50plus 3/2015 aufzugreifen.

Heimentwicklung verläuft parallel zur Gesellschaftsentwicklung

Das Referat um das Thema „Altersheim: Vom Heim zum effizienten Unternehmen“
hielt Herr Hansjörg Weber, Leiter des Ressorts „Gesundheit“ und damit  Leiter der Seniorenheime in Küsnacht ZH. Dank seiner Ausbildung und langjährigen Praxis im Senioren- und Heimbereich konnte er den Anwesenden die Entwicklung vom einfachen Heim zur spezialisierten Einrichtung im Bereich der Alters- und Pflegeheime sehr gut erklären. Allein die Änderungen im sog. neuen Finanzausgleich betreffend der Ergänzungsleistungen und der Übergang von der Objektfinanzierung der Heime zur Subjektfinanzierung der Heimbewohnenden haben in den letzten Jahren sehr viel verändert. Herr Weber wies zu Recht auf die enge Parallele zwischen der Heimentwicklung und der Gesellschaftsentwicklung hin.

Neu zeichnen sich drei „Rentnergenerationen“ ab

Heute kann man feststellen, dass sich innerhalb der Rentnerjahrgänge selbst drei Kategorien oder Phasen des Rentenalters herausbilden: die rüstigen und mobilen Neu-Rentner, die alternden, aber noch selbständigen Altersrentner und die stark unterstützungs- und pflegebedürftigen Hochbetagten. In den Heimen verbringen zunehmend nur Hochbetagte und Pflegebedürftige ihren letzten Lebensschnitt. Die Verweildauer ist in der Regel um 2 Jahre herum. Die Aussage:„Notfalleintritte sind bei uns am häufigsten“, gab den Anwesenden zu denken. Diese Feststellung führte fast direkt zur Frage nach den eigenen Vorstellungen über den letzten Lebensabschnitt.

Administrativer Druck auf die Heime , Frage nach neuen Wohnformen

Der  administrative und gesetzliche Druck sind eine grosse Herausforderung für die Heimleitungen und die Heimangestellten. Trotzdem gilt es, den Heimbewohnenden während ihrer Verweildauer das Leben und Ableben unter Wahrung von Würde und Achtung ihrer Persönlichkeit zu erleichtern. Der Referent wies auch darauf hin, dass die Bevölkerungsentwicklung und der Kulturwandel heute vermehrt andere Wohnformen erfordern. Wohnformen, die das Altern zuhause, allenfalls mit Spitex und anderweitiger Unterstützung ermöglichen sind zunehmend gefragt.

Diskussion mit heiklen Fragen

Daraus ergab sich eine intensive und ernsthafte Diskussion mit heiklen Fragen, die der Referent mit Kompetenz und Gelassenheit beantworten konnte. Eine kritische Frage betraf die Befürchtung, dass das knappe ausgebildete Pflegepersonal immer mehr mit Strichcodes und am PC beschäftigt werde als mit der eigentlichen Betagtenpflege am Patienten. Eine andere betraf die höchst unterschiedlichen Heimabrechnungen, die vor allem im Wohn- und Betreuungsbereich oft sehr fragwürdig erscheinen.
 
Hinweis auf www.zrv.ch

Am Schluss orientierte ZRV-Präsident  A. Schaller noch über die nächsten Veranstaltungen des ZRV (vgl.www.zrv.ch), über das kürzliche Gespräch des ZRV (im Verbund mit dem Seniorenrat Zürich und  Pro Senectute Zürich) mit dem Zürcher Regierungsrat und über die Entwicklung des ZRV-Mitteilungsblattes zu einer Publikation namens „SeniorIn“. Die regen Gespräche beim abschliessenden Apéro wiesen auf ein sehr gelungenes ZRV-Forum hin.