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Newsletter 3/2015 – Mai 2015

„Initiative Problemlösungen für das Wohnen im Alter“

2. Zusammenkunft 2015 des ZRV-Forum50plus in Zürich.

Von Hans Rudolf Schuppisser, Vizepräsident ZRV

Bei schönstem Frühlingswetter fanden sich erfreulich viele Vertreterinnen und Vertreter und Gäste von Seniorenorganisationen zum 2. ZRV- Forum50plus 2015 im Quartiertreff Hirslanden ein. Speziell an diesem Anlass war, dass für einmal nicht ein sondern zwei Vortragende zugegen waren:
 
Richard Fiereder, dipl.Architekt ETH/SIA und Leiter der Fachstelle Wohnbauförderung des Kantons Zürich, sprach über „Die Wohnbauförderung im Kanton Zürich“. Seinen einfachen und klaren Ausführungen war zu entnehmen, dass der Kanton nach strengen Richtlinien und immer zusammen mit den Gemeinden die Bereitstellung von preisgünstigen Mietwohnungen für Personen mit geringem Einkommen und Vermögen fördert – aber nur „sofern ein Mangel besteht“. So heisst es im kantonalen Gesetz über die „Wohnbau- und Eigentumsförderung“. Der Kanton fördert auch das selbstgenutzte Wohneigentum für Personen mit höchstens mittlerem Einkommen und Vermögen. Im Gegensatz zum Bund kennt er keine spezielle Förderung für das Wohnen im Alter. Herr Fiereder wies darauf hin, dass auch solche Projekte normal geprüft würden. Er vermittelte den Anwesenden den Eindruck, dass die Fachstelle Wohnbauförderung des Kantons (www.wbf.zh.ch) gerne darüber Auskunft gibt.

Auch Frau Sabine Gallert, die stellvertretende Geschäftsführerin des „Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal“ (VAOF bzw. www.voaf.ch), gelang dies. Sie sprach sehr anregend über „Was ist der VAOF und was brachte seine Strategie „Neue Wege“ seit 2009? “. Sie ermöglichte den Anwesenden den Blick auf das Wesen eines Vereins, der 25 Gemeinden aus vier Bezirken und 2 Kantonen sowie 700 Einzelpersonen als Mitglieder umfasst. Der VAOF wird strategisch von einem Vorstand geführt und verfügt für das Operative über eine Geschäftsstelle. In wichtigen Fragen braucht es die Zustimmung von ¾ der Gemeinden. Was sich inzwischen daraus entwickelt hat, ist ein beeindruckendes regionales System von Beratungs-, Betreuungs-  und Pflegeangeboten im Oberen Fricktal. Bemerkenswert ist das initiative Vorgehen beim VOAF. Mit Hilfe z.B. der Age-Stiftung oder des Aargauischen Lotteriefonds konnten auch spezielle Projekte umgesetzt werden. So konnte ein VAOF-basierter Hilfs- und Sicherheitscheck auf ipad mit den betroffenen ältern Assistenzbedürftigen entwickelt werden oder es entstand ein Hausbesuchsmodell für Personen, die Betreuung aber keine Pflege brauchen.

Beide Referenten hatten viele Fragen zu beantworten und beim Apéro ging die
angeregte Diskussion weiter.

Frau Gallert wurde inzwischen bereits von Forumsteilnehmern kontaktiert, was beweist, wie anregend dieses Forum war. Es machte allen klar, Geld ist nicht alles; ohne Ideen und Initiative geht es nicht. Für den ZRV zeigte sich, dass es Initiative und auch überörtliche Problemlösungen für das Wohnen im Alter braucht, wenn es der „Babyboomer-Generation“ ermöglicht werden soll, möglichst lange und unabhängig zu Hause zu leben. Er wird sich darum dafür einsetzen, dass das „umgebungsunterstützte Wohnen im Alter“, wie es das Beispiel des VAOF zeigt, von und im Kanton Zürich gefördert wird.