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Newsletter 4/2016 - September 2016

„ProMobil- Sparen beim Fahrdienst für mobilitätsbehinderte Personen (Senioren) im Kanton Zürich?“

2. Zusammenkunft 2016 des ZRV-Forum50plus in Zürich.

Von Hans Rudolf Schuppisser, Vizepräsident ZRV

Die meisten Seniorinnen und Senioren wissen, was es heisst, jemanden im Rollstuhl herum zu führen. Die körperliche Beweglichkeit und die geografische Mobilität werden mit zunehmendem Alter ein ernsthaftes Thema, mit dem sich auch  Seniorenorganisationen auseinandersetzen müssen. Auch die  Spitexorganisationen und Gemeindebehörden brauchen oft Unterstützung, wenn eine Person plötzlich Mühe bekommt, das eigene Heim zu verlassen und sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen.

Vielfach wird das Fortbewegungsproblem durch den Fahrdienst von Angehörigen, Bekannten und Freiwilligen am Wohnort gelöst. Es gibt dafür aber auch spezielle Fahrdienste. Der grösste davon ist ProMobil, eine vom Kanton Zürich im Jahre 2000 ins Leben gerufene Stiftung für den Transport mobilitätsbehinderter Personen mit ungenügendem Einkommen.

Durch den gesellschaftlichen Wandel gehören auch immer mehr mobiltätsbehinderte alte Menschen zu dieser Bevölkerungsgruppe. Es ist daher schwer verständlich, dass der Kanton genau in diesem Bereich gemäss seinem sogenannten. „Leistungsüberprüfungspaket“ (Lü 16) hier nochmals sparen will. Denn die letzte mit kantonalen Stellen zusammen vereinbarte einschneidende Kostensenkungsaktion wurde bei ProMobil 2015 abgeschlossen.

Weil dieser weitere Sparbeschluss auch aus Seniorensicht kontraproduktiv ist, referierte der Präsident der Stiftung ProMobil, Kantonsrat Peter Vollenweider (FDP Stäfa) an diesem 2. ZRV-Forum50plus. Er legte anhand von Zahlenreihen eindrücklich dar, dass diese vorgesehene Beschneidung der kantonalen Beiträge zusätzlich zum bereits vereinbarten finanziellen Ausstieg des Zürcher Verkehrsverbundes(ZVV)  die Funktionsweise und Existenz der Stiftung langfristig gefährden. Es gelang ihm aber auch darzulegen, warum es diesen Fahrdienst von ProMobil braucht, auch wenn daneben TixiTaxi und der Fahrdienst des Roten Kreuzes  und diverse Senioren für Senioren-Organisationen dasselbe anbieten.

Einerseits steigt eben der Bedarf dafür und anderseits schöpfen diese Organisationen das Spenden- und Freiwilligenpotential bereits weitgehend aus. Die Stiftung ist daran, die eigenen Möglichkeiten zu prüfen, wie auf die Budgetbeschneidung reagiert werden könnte.Es wird aber auch spannend sein, wie der Kantonsrat entscheidet, denn es wurde ein Antrag gestellt, diesen Sparbeschluss zu korrigieren. Die Teilnehmer nahmen das Referat mit grossem Interesse zur Kenntnis. Die meisten hatten bisher ProMobil nicht gekannt. Die vielen Fragen an den Referenten und Kommentare zeugten aber von der Erfahrung und den Kenntnissen der Forumsteilnehmer in diesem Bereich. Der lebhafte Meinungsaustausch zum  Apéro - nicht nur zum Thema Pro Mobil natürlich! – führte zu einem guten Ausklang des Forums. (Erfreuliches Nachwort: Inzwischen hat der Kantonsrat diesen schwer verständlichen Sparbeschluss abgelehnt.)