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Newsletter 05/2010 – September 2010

3. Zusammenkunft 2010 des Forum 50plus - ZRV-Kollektivmitglieder zum Thema:

„Erfahrungsaustausch zu Fragen, die uns selbst betreffen“

Dr. H.R. Schuppisser, ZRV-Vizepräsident

Der Erfahrungsaustausch in eigener Sache stand im Zentrum des 3. Forumsanlasses für Vertreterinnen und Vertreter von ZRV-Kollektiv-mitgliedern und Partnerorganisationen. Es bestand dies Mal ein Bedürfnis, zu hören, wie es andere machen. Und es hat sich gelohnt, zuzuhören.

Als wir kurz vor dem Apéro zum Fazit kamen, ergab sich als wichtigste Erkenntnis, dass es auch in der heutigen Zeit durchaus möglich ist, Leute im Alter von 50plus zum Mitmachen zusammenzubringen. Auch wenn nicht so einfach, zählt die gemeinsame Erfahrung. Zum Schluss jedenfalls herrschte eine zuversichtliche Stimmung im Saal.
Wie kam es dazu?

Am regnerischen Nachmittag des 8. September, trafen sich mehr als zwei Dutzend interessierte Delegierte von Kollektivmitgliedern und Partner-organisationen im Gemeinschaftszentrum „Karl der Grosse“, Zürich. Angesagt war ein Erfahrungsaustausch in eigener Sache. Bekanntlich sind die Senioren-organisationen aktivitätsmässig und organisatorisch sehr unterschiedlich.
Die Anwesenden kamen aus fast allen Regionen des Kantons und sogar aus dem Kanton Aargau. Nach der Begrüssung und Einführung brachen zwei Einstiegsreferate das Eis für die kommende Aussprache:

Beispiel „Seniorenrat Dielsdorf „
Als erster Referent stellte Walter Keller kurz den Seniorenrat Dielsdorf vor. Anhand der Website seines Seniorenrates präsentierte er das umspannende Netzwerk der Aktivitäten und Dienste, welche vom Dielsdorfer Seniorenrat erfasst werden. Lakonisch stellte er fest, dass Dielsdorf keine Stadt, sondern ein Dorf sei. Der Seniorenrat ist seit 1998 quasi im Auftrag des Gemeinderats zuständig für Altersfragen und für die Vertretung der älteren Bevölkerung. Das heisst für die Bevölkerung „ü60“ in etwa 20 % der Einwohnerschaft. Dafür und um die Seniorenaktivitäten zu koordinieren und teilweise auch zu organisieren stellt Dielsdorf einen ansehnlichen Budgetbetrag als Kostengutsprache zur Verfügung. Die ganze Aktivität sei jedoch immer eher formfrei angelegt und werde um die kleine, sich selbst ergänzende Gruppe des Seniorenrats organisiert. Erst kürzlich hätten sie festgestellt, dass der Seniorenrat eigentlich ein Verein sei (Anm. des Verfassers: Hauptsache es funktioniert.) Mehr lässt sich über die website www.wkd.ch erfahren.

Beispiel „Aktives Alter Wallisellen“
Der zweite Referent, Robert Hofmann, stellte den noch jungen Verein “Aktives Alter Wallisellen“ vor. Auch er betonte einleitend schon, Wallisellen sei zwar gemäss Einwohnerzahl eine Stadt; aber eine Stadt, die ein Dorf bleiben wolle. Auch in Wallisellen bildete sich in den 90-er Jahren ein Seniorenrat. Mit der Zeit erübrigte er sich mehr und mehr und wurde aufgelöst. Einerseits, weil die Gemeinde einen Generationenrat ins Leben rief - andererseits weil die Gemeinde und die beiden Kirchgemeinden spezifische Fachstellen für Altersfragen geschaffen hatten, welche die Funktionen des Seniorenrates grösstenteils übernahmen. Der kürzlich neu gegründete Verein „Aktives Alter Wallisellen“ ist eine Folge dieser Entwicklung. Erstens brauchten die Seniorenvertreter im neuen Generationenrat eine Legitimationsbasis. Zweitens besteht nach wie vor das Bedürfnis vieler Senioren etwas zusammen zu unternehmen. Der neue Verein arbeitet jedoch eng mit den genannten Altersstellen zusammen. Er konstituierte sich selbst und finanziert sich in erster Linie über bescheidene Mitgliederbeiträge.

Reger Erfahrungsaustausch
Beim anschliessend lebhaften Erfahrungsaustausch zeigte sich die Unterschiedlichkeit der am Anlass beteiligten Altersorganisationen.
Je nach Ursprung und „Rekrutierungsbasis“ einer Pensioniertenvereinigung sehen Zielsetzung, Finanzierung und die Ausrichtung der Aktivitäten jeweils etwas anders aus. Auch wenn sich die Senioren- und Rentnerorganisationen von Firmen wie etwa ABB oder Swissair stark von der einer dörflichen oder städtischen Seniorenvereinigung wie von Bülach, Affoltern am Albis oder Winterthur unterscheiden, etwas konnte man immer aus dem Gedanken-austausch für sich heraushören. Etwa, was es braucht, um ein Projekt wie „Altissiomo“ im Wehntal aus einer regionalen privaten Initiative heraus überörtlich dauerhaft zu verankern. Oder, dass sich am Beispiel von SfS Küsnacht-Erlenbach-Zumikon zeigt, wie auf der Basis „Senioren für Senioren“ Dienstleistungen für ältere Personen grossen Anklang finden. Dienstleistungen auf dieser Basis befriedigen einerseits das Bedürfnis von Senioren nach einer sinnvollen Aktivität, andererseits decken sie den Hilfs- und Unterstützungs-bedarf von älteren Personen, was in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird.
Die zahlreichen Beiträge und die von den Teilnehmern mitgebrachten Unterlagen gaben dem Erfahrungsaustausch Gehalt.
Der anschliessende Apéro führte wie immer zu guten Gesprächen und neuen Bekanntschaften.