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Newsletter 06/2010 – Oktober 2010

SeniorInnenrat Zürich (SRZ)

Flexibles Rentenalter - Option für die Zukunft?

Louise Ragozzino, Mitglied Leitungsgremium SRZ

Die meisten angehenden Rentnerinnen und Rentner präsentieren sich fit, unternehmungsfreudig und interessiert und noch nie war ihre Lebenserwartung so hoch. Ist es also sinnvoll, weiterhin am Rentenalter 65 festzuhalten? Können es sich Staat und Wirtschaft überhaupt leisten, längerfristig auf die Erfahrung und das Know How dieser Zielgruppe zu verzichten? Die prognostizierte demographische Entwicklung rechnet damit, dass schon in Kürze zuwenig junge Berufstätige zu Verfügung stehen werden.

Während vor allem körperlich schwer arbeitende Menschen oft schon vor 65 ausgebrannt und am Ende ihrer Kräfte sind, fühlen sich andere zukünftige Rentnerinnen und Rentner noch sehr vital und würden gerne weiterarbeiten. Für beide Gruppen könnte eine Flexibilisierung – nach unten wie nach oben – eine Chance sein.

Flexibilisierung erfordert jedoch, dass neue Arbeitszeitmodelle geschaffen werden, die einerseits den älteren Arbeitnehmenden die Möglichkeit bieten, sich nicht abrupt, sondern stufenweise, aus dem Erwerbsleben zurückzuziehen zu können, um andererseits damit jungen Berufstätigen einen begleiteten Ausbau ihrer beruflichen Verantwortung zu ermöglichen. Die Arbeit müsste somit auf mehrere Schultern, jüngeren und älteren, verteilt werden was eine laufende betriebliche Weiterbildung für alle Arbeitnehmenden vorausetzt, um so stets auf dem neuesten Wissensstand zu bleiben.

Durch permanente Weiterbildung bleiben die einzelnen Fachgebiete und auch der ganz normale berufliche Alltag interessant. Arbeiten macht mehr Freude, denn zufriedene, motivierte Arbeitnehmende sind ausgeglichener und belastbarer, somit weniger oft arbeitsunfähig, was sich nicht zuletzt positiv auf die Betriebskosten auswirkt.

Unternehmen und Arbeitgeberorganisationen befassen sich zunehmend mit dieser Problematik. Sie versuchen Lösungen zu erarbeiten, die jüngeren und älteren Arbeitnehmenden gerecht werden und damit auch der Wirtschaft dienen. Dies kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn sich die Arbeit-nehmenden damit auseinandersetzen, kooperativ und offen für Veränderungen sind. Flexibilisierung geht alle an. Es wird sich lohnen, gründlich darüber nachzudenken.