Logo Zürcher Senioren- und Rentner-Verband

Forchstrasse 145
8032 Zürich
Tel. 044 422 81 00
Fax 044 422 81 62
info@zrv.ch
www.zrv.ch

Newsletter 01/2012 – März 2012

"Alterspolitik im Kanton Zürich - mehr als 
nur ein Bericht?"

1. Zusammenkunft 2012 Forum 50plus-ZRV, in Winterthur. Für Delegierte von Kollektivmitgliedern und Partnerorganisationen.

Von Hans Rudolf Schuppisser, Vizepräsident ZRV

Die Delegierten von Kollektivmitgliedern und Partnerorganisationen des ZRV trafen sich erstmals ausserhalb der Stadt Zürich - nämlich in Winterthur. Der RSVW Winterthur empfing den Vorstand des ZRV und die eingeladenen Gäste in der Seniorenresidenz „Konradshof“. Nach kurzer Begrüssung durch ZRV-Präsident Anton Schaller und RSVW-Präsidentin Vera Stanek führte H.R. Schuppisser ins Thema ein und stellte den Referenten vor: Stadtrat Nicolas Galladé, Vorsteher des Sozialdepartements der Stadt Winterthur, hatte zugesagt, über das Thema “Alterspolitik im Kanton Zürich - mehr als nur ein Bericht ?“ zu sprechen und mit uns über seine Eindrücke und Erfahrungen mit der Alterspolitik im kantonalen Umfeld zu diskutieren.

Man erinnert sich vielleicht noch: Sowohl der Regierungsrat wie der Kantonsrat verzichteten 2009 auf ein Altersleitbild und eine Alterspolitik für den Kanton Zürich. Sie nahmen jedoch einen von der Verwaltung erstellten ausführlichen aber unverbindlichen Altersbericht entgegen. Darin wird immerhin dem Sicherheitsdepartement des Kantons bei Bedarf eine koordinierende Funktion zugewiesen.

Stadtrat Galladé stellte sich zuerst persönlich und als Sozialvorsteher von Winterthur vor. Er wies darauf hin, dass ihm der Altersbericht des Kantons nicht schlecht gefallen habe. Vieles, was darin stehe sei informativ und zweckmässig und manches habe er selbst auch schon so gesagt bei seinen Vorträgen. Positiv zu werten sei zum Beispiel, dass der Kanton generell die Eigeninitiative fördern will. Gut sei auch, dass der Kanton wie die Stadt Winterthur die Ressourcen-orientiertheit der bei der Pflege und Unterstützung von älteren Personen als Leitmaxime anerkennt. Er fand jedoch, dass die Unverbindlichkeit des kantonalen Altersberichtes zwei Seiten habe: Einerseits lasse der Kanton viel Freiraum für Eigeninitiative. Er überlasse so den 171 Gemeinden im Kanton viel Handlungsspielraum. Andererseits lasse das befürchten, dass sich der Kanton aus der Alterspolitik zurückzieht, um seinen Finanzhaushalt zu schonen.

Jedenfalls, so sagte Stadtrat Galladé, habe er von der koordinierenden Funktion der Sicherheitsdirektion oder der Gesundheitsdirektion bisher nichts gespürt. Gerade im Fall der Einführung der neuen Pflegefinanzierung hätten zu viele Leute in den Gemeinden das Rad neu erfinden müssen. So bestehe nur schon beim Vergleich der in seinem Departement eingehenden externen Heim-Abrechnungen, insbesonders bei der Definition der Pflegequalität, viel mehr Unsicherheit als nötig.

Den Anwesenden gefiel Stadtrat Galladés Bekenntnis zur „Mitwirkungsgesellschaft“, an der auch die Senioren aktiv partizipieren können, sehr gut. In der folgenden Diskussion kam man unter anderem unter die Mitwirkung der Bevölkerung im Quartier Wülflingen zurück. Über diese Mitwirkungsmöglichkeit äusserte sich dann auch Vera Stanek aus eigenem Erleben und als RSVW Präsidentin positiv. Abschliessend brachte es ZRV-Präsident Schaller auf den Punkt: Die Alterspolitik im Kanton Zürich muss aktiver gestaltet werden. Insbesondere die Koordinationsfunktion der Sicherheitsdirektion – und der Gesundheitsdirektion bei der Alterspflege – will der ZRV beim Kanton  nochmals zur Sprache bringen. Auch Stadtrat Galladé kam bei Fragen aus dem Plenum nochmals auf diesen Punkt zu sprechen. Da ist also noch Fleisch am Knochen!

Zum Schluss orientierte A. Schaller noch kurz über die nächsten Aktivitäten des ZRV und des Schweizerischen Senioren- und Rentnerverbandes (SVS), bei welchem der ZRV Mitglied ist. Danach erstattete R.Garo Bericht über die gegenwärtigen Aktivitäten des Schweizerischen Seniorenrates (SSR) auf nationaler Ebne und die Tätigkeit in dessen Arbeitgruppen. Dann konnte Vera Stanek zum Apéro mit den von den Winterthurer Kolleginnen selbst gemachten Häppchen einladen. Diese Gastfreundschaft der Kolleginnen und Kollegen vom RSVW wurden sehr geschätzt und beklatscht. Schliesslich gingen alle befriedigt über das Gehörte und Erlebte nach hause. Und vielfach hörte man sagen: Es war ein gute Idee, einmal auswärts zu gehen mit dem Forum.